Großartige Inszenierungen in Paris

Nach dem guten Auftakt in Scottsdale, Arizona, zeigten sich nun neue Entwicklungen in Paris bei der Rétromobile. Auch hier gab es eine sehr gute Verkaufsquote bei den großen Auktionshäusern. Die Qualität der angebotenen Fahrzeuge war bei allen drei Auktionshäusern durchgängig besser als das Angebot in Scottsdale. Insgesamt erwiesen sich die erwarteten Verkaufspreise der Aktionshäuser als realistisch und zeigten die Stabilität des Marktes für klassische Fahrzeuge. Es lohnt jedoch der Blick auf die einzelnen Auktionshäuser, um die Entwicklungen genauer zu verstehen.

RM Sotheby‘s

RM Sotheby’s bot gewohnt gute Qualität an, viele hochwertig restaurierte Fahrzeuge, die mindestens zum erwarteten Preis oder leicht darüber verkauft wurden. Bemerkenswert waren die unterschiedlichsten Porsche-Modelle von Young- bis Oldtimer, die auf hohem Preisniveau verkauft wurden. So erzielte ein 2004er Porsche 911 GT2 Clubsport 246.400 Euro, ein 1994er Porsche 911 Turbo S 3.6 wechselte für 901.600 Euro den Besitzer. Die Marke Porsche entwickelt sich dynamisch und nachhaltig als Wertanlage. Auch Ferrari zeigte sich stabil: Ein 1962er Ferrari 250 GT Cabriolet Series II kam für 1.232.00 Euro unter den Hammer, 459.200 Euro bracht ein 2008er Ferrari (Beispiel 151 & 154).

Eine weitere Entwicklung wurde bei RM Sotheby’s leider auch sichtbar: Immer mehr dubiose Fahrzeuge gelangen auf den Markt. Hier zeigen sich Ungereimtheiten schnell an den Fahrzeugnummern und der teils unsachgemäßen Restaurierungsarbeiten.

Bonham’s

Das Auktionshaus Bonham’s zeigte sich mit ca. 200 hauptsächlich britischen Bietern eher klein. Auch das Angebot war, verhältnismäßig, eher preisgünstig und lag bei vergleichbaren Fahrzeugen 30-40% unter den erwarteten Preisen von Artcurial. Bei Bonham’s waren massive Marktveränderungen zu spüren: Angebotene Autos blieben zunächst unversteigert, weil das von Verkäufer und Auktionshaus festgelegte Limit nicht erreicht wurde. Hinter den Kulissen kam es dann zu Nachverhandlungen zwischen mehreren Bietern, dem Verkäufer und dem Auktionshaus. Zu Verkäufen kam es dann nur, weil sowohl Verkäufer als auch Auktionshaus mit Preis und Courtage nachließen.

Artcurial

Zum Ende der Rétromobile fand Freitag abend die Versteigerung von Artcurial, dem französischen Platzhirschen, statt. Der Lokalmatador fuhr mit einem herausragenden Katalog auf und bot die Gelegenheit an gute und seltene französische Automarken zu gelangen: Es wurden unter anderem Fahrzeuge versteigert von Delahaye, Bugatti, Renault und Facel. Früher bekannt und beliebt, ist die Automarke Facel nach der Beendigung der Fahrzeugproduktion 1964 schnell in Vergessenheit geraten. Heute erstrahlen Facel Vegas wieder in ihrem alten Glanz und sind begehrt – was nicht zuletzt an den geringen Stückzahlen liegt. Auch Rennwagen der Marke Peugot waren von großer Beliebtheit. In Deutschland hatten sich Peugot’s Rennwagen nie durchsetzen können, blieben recht unbekannt und vor allem unverstanden: Die Autowerkstätten wussten schlicht nicht mit ihnen umzugehen. Als Fazit der Artcurial-Auktion lässt sich festhalten: sie war nicht nur die größte, sondern auch die erfolgreichste in der Quote ebenso wie in den erzielten Preisen.

Und so zieht die Karawane weiter über die Amelia Island nach Goodwill und Pebble Beach…